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Hoch die intersektionale Solidarität!

Das Online-Nachschlagewerk „Gender-Glossar“ definiert Intersektionalität wie folgt: „Unter dem Begriff Intersektionalität wird die Verschränkung verschiedener Ungleichheit generierender Strukturkategorien verstanden.“ Intersektionale Perspektiven denken verschiedene (strukturelle) Diskrimierungsformen zusammen, zum Beispiel Sexismus und Rassismus oder Gender und Armut.

Sich mit Intersektionalität zu beschäftigen, heißt auch zu hinterfragen: Wen repräsentiert Mainstream-Feminismus eigentlich? Welchen Frauen und welchen Stimmen räumen wir in einer feministischen Debatte – z.B. in unseren Frauen*Salons – wieviel Platz ein?

Uns ist es besonders wichtig, dieses Konzept hier im Blog und Newsletter zu besprechen, weil es nicht nur uns in unseren Frauen*Salons an Diversity fehlt, sondern Feminismus in westlichen Gesellschaften insgesamt oft zu weiß und zu sehr von Frauen aus Mittel- und Oberschicht geprägt ist. Das kann dazu führen, dass wir neben eurozentristischen Perspektiven auch unsere Privilegien für selbstverständlich nehmen – und dadurch rassismuskritische Sichtweisen oder jene von Frauen* aus anderen sozialen und finanziellen Kontexten ausblenden.

Sich selbst zu hinterfragen, kann unserer Meinung nach Feminismus und Solidarität unter Frauen* nur stärken. Stefanie Lohaus vom Missy Magazine proklamiert Intersektionalität daher sogar zum zentralen Thema für den heutigen Feminismus. Auch die Macherinnen des LilaPodcast haben hierzu eine Folge aufgenommen, in der sie eine Reihe toller Frauen* vorstellen, die neben feministischen Themen auch Rassismus, Ableismus, Armut und nicht-binäre Identitäten thematisieren. Und in dem Buch Feminismus Revisited portraitiert Erica Fischer als Feministin der ersten Stunde spannende Frauen*, die heute für uns alle kämpfen.

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Zurück in die Zukunft: Rückblick auf den Frauen*Salon #4

Die Zukunftsforscherin Aileen Moeck hat uns beim Frauen*Salon #4 mit auf eine spannende Reise in die Zukunft genommen. Wie könnte unser Leben in 2070 aussehen? Welche Instrumente können uns, Entscheidungsträger*innen und Politiker*innen bei der Entwicklung von Ideen und Visionen für ein besseres Morgen helfen?

Aileen hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Mensch zwar sehr fähig ist, technische Entwicklungen und Innovationen vorherzusehen und entsprechend umzusetzen – so wie Flugtaxis und Social Media. Schwieriger wird es aber, wenn wir uns gesellschaftliche Innovation vorstellen und diese entwickeln sollen. Oft fehlt es uns daher an gesellschaftlichen und sozialen Visionen, um Wandel und Fortschritt wirklich strategisch voranzutreiben.

Wer mehr über die Arbeit von Aileen und ihrem Team erfahren möchte, findet alle Informationen bei den Zukunftsbauern!

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Podcast-Tipp Januar 2020: Yasmine Mohammed zu „Leaving Faith“

Heute stellen wir euch einen Tipp unsere Salon*-Teilnehmerin Laura vor (Danke für den Hinweis!). Sie hat uns zu Folge 175 des Podcasts ‚Making Sense‘ geführt, in der Sam Harris mit Yasmina Mohammed über ihr Buch „Unveiled: How Western Liberals Empower Radical Islam“ spricht. In der Folge namens „Leaving Faith“ erzählt die muslimische Frauenrechtlerin und Aktivistin von ihrem Großwerden in einer radikal-islamischen Familie, ihrer Flucht daraus, und diskutiert, inwiefern und ob der Islam ein konservatives Frauenbild unterstützt. Sie spricht aber auch über die Vorurteile und das Überlegenheitsgefühl der westlichen (weißen) Feminist*innen gegenüber Frauen* im Islam, und bringt uns zum Nachdenken, wie wir selbst echte Solidarität gegenüber muslimischen Frauen zeigen können, ohne in Klischees zu verfallen.

Wenn ihr dann hooked seid, hört euch Folge 180 ‚Sex and Power‘ an. Darin spricht Meghan Daum über modernen Feminismus, Gewalt gegenüber Frauen* sowie Männer* und Frauen* in der Politik; und darüber wie (politische) Macht mit Geschlechterrollen zusammenhängt.

Und in der Zwischenzeit arbeiten wir an einer Newsletterfolge zu Feminismus, Rassismus und Intersektionalität. Stay tuned und schickt uns Ideen!

Literaturtipp für 2020? #Frauenlesen !

Eine gute Idee für 2020: (noch) mehr (unterschiedliche) Bücher von Frauen, über Frauen und mit Frauen zu lesen. Und dann wollen wir von diesen Büchern erzählen, damit die Frauen* und ganz besonders auch die Männer* in unserem Leben sie ebenfalls lesen und anderen davon erzählen (zum Beispiel unter dem Hashtag #frauenlesen). Denn wie schon Margarete Stokowski in ihrem „Lebensratgeber für Feministen“ schrieb: „Lesen Sie Bücher von Frauen, sehen Sie Filme von Frauen, hören Sie Musik von Frauen!

Eine super Liste für (englischsprachige) Neuerscheinungen in 2020 mit fast nur weiblichen Autorinnen hat das Online-Magazin Stylist hier zusammengestellt. Eine ähnliche deutschsprachige Liste haben wir trotz längerer Internet-Recherche nicht gefunden – und sind natürlich für Tips dankbar! Eine gute Zusammenstellung zu Büchern auf Deutsch von feministischen Autorinnen und Autoren findet ihr allerdings hier bei Ze.tt.

Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie es für Schriftstellerinnen in der Literaturwelt so geht, dann empfehlen wir den wunderbaren Blog „Nacht und Tag“ der Literaturwissenschaftlerin Nicole Seifert (sie ist auch auf Twitter unterwegs), in dem sie Bücher von Frauen* vorstellt und überhaupt analysiert, was die männlich* geprägte Literaturszene so mit uns macht.

Und wenn ihr dann Lust auf noch tieferes Eintauchen habt, hört euch die die Folge „Stop – Homer Time!“ vom Podcast „Call your Girlfriend“ an, in der es (auf Englisch) um feministische Übersetzungen von Literatur geht.

Genug geredet: auf in die Buchhandlungen und Bibliotheken, Tee oder Kaffee kochen, und dann mit einem (oder gleich mehreren) Büchern auf dem Sofa gemütlich machen!

Schön war’s: FRAUEN*SALON #3 im Oktober 2019

Draußen wurde es langsam Herbst, als wir uns Anfang Oktober in Ronas Wohnzimmer im Nordischen Viertel versammelt haben. Lea hat mit ihrem Beitrag über weibliche Perspektiven in der Medizin Fragen aufgeworfen, die wir uns gefühlt schon alle einmal gestellt, aber vielleicht nie so bewusst artikuliert haben:  Medizin und ihre Forschung wird oftmals von Männern für Männer gemacht – mit dem Ergebnis, das wir zum Beispiel viel zu wenig wissen, wie Medikamente auf Frauen, ihre Körper, ihre Psyche und ihren Zyklus wirken. Wer mehr zum Zusammenspiel von Gender und Gesundheit wissen will, kann Lea hier erreichen.

Literaturtipp Dezember 2019: Mutterschaft von Sheila Heti

Bildquelle: Rohwolt Verlag

Mutterschaft von Sheila Heti ist eine Auseinandersetzung mit einer der großen Fragen im Leben einer Frau*. In sehr besonderer und intensiver Erzählart fragt Hetis Protagonistin, warum wir Mütter werden wollen, ob wir es sollen und wie wir mit freundschaftlichem, elterlichem und gesellschaftlichen Erwartungen umgehen lernen. Ein philosophisches Buch, das mehr Fragen stellt, als es beantwortet.

Und noch ein Tipp: wenn eine von euch im Prenzlauer Berg wohnt, dann sei ihr z.B. die InhaberIN-geführte Buchhandlung Anakoluth anstelle Amazon zu empfehlen.