Wir sind auf der Suche…Frauen*SALON #7

Frauen*salon #7 peilen wir für Anfang November an – immer vorausgesetzt, dass die Berliner Corona-Regeln das dann erlauben. Freut euch auf einen spannenden Einlick in die feministische Stadtplanung und natürlich wie immer auf viele anregende Gespräche. Ein Save-the-Date folgt im Oktober.

Diesmal haben wir eine besondere Bitte an euch: damit wir möglichst viele Frauen* zu Salon #7 einladen können, sind wir auf der Suche nach einer corona-geeigneten Lokalität in Berlin, die Platz für ca. 20-30 Frauen* hat (plus Hygieneabstand!). Ob riesiges privates Wohnzimmer oder kostengünstig mietbare Location – bitte schreibt uns, wenn ihr Ideen und Vorschläge habt an info@frauensalon.org

Danke und bis bald!

Rückblick auf Frauen*Salon #6

Juhu, endlich wieder ein Frauen*Salon! Nach der langen Corona-bedingten Sommerpause waren wir über alle Maßen entzückt, einige von euch bei Frauen*salon #6 im Garten wiederzusehen. Nachdem wir uns alle teilweise mehr, teilweise weniger mit der unfreiwilligen Isolation zurechtgefunden hatten, war der Salon für uns alle erfrischend und inspirierend, und hat uns noch einmal gezeigt, wie sehr der Austausch untereinander, über unseren eigenen Tellerrand hinaus, gefehlt hat.

Diesmal hatten wir keinen festen thematischen Fokus – aber dafür ein super Brainstorming zu den nächsten Salons! Ergebnisse sind erstens: alle wollen weiter machen, natürlich mit Abstand und Hygieneregeln, aber am liebsten, so weit es eben möglich ist, weiterhin physisch. Zweitens: wir haben wunderbare Themen gesammelt, die wir die nächsten Male durch Impulsvorträge vertiefen wollen. Unter anderem: feministische Stadtplanung, Waldbegehungen und Naturerlebnisse, Feminismus und Umweltschutz, und Finanzen für Frauen! Wenn du selbst gern ein Thema vorschlagen möchtest – schreib uns!

#FrauenLesen im September: „Unsichtbare Frauen“

Caroline Criado-Perez: Unsichtbare Frauen. btb Verlag (Paperback )
Bildquelle: btb Verlag

Heute legen wir euch unter dem Stichwort #Frauenlesen das Buch „Unsichtbare Frauen“ von Caroline Criado-Perez ans Herz (auf Englisch: „Invisible Women“). Sie beschreibt darin, wie viel der strukturellen Benachteiligung von Frauen* auf die „Gender Data Gap“ zurückzuführen ist: in einer Welt, die auf Daten, Statistiken und Algorhythmen basiert, diese aber nur am männlichen Körper, an männlichen Bedürfnissen und von Männern gestellten Fragen ausgerichtet sind, werden Frauen* eben unsichtbar.

In Frauen*salon #3 hatte Lea schon eindrücklich darüber erzählt, wie Frauen in medizinischen Statistiken und Forschungsexperimenten übersehen werden. Caroline Criado-Perez ergänzt dieses Themenfeld noch um Beispiele aus der Stadtplanung, der Industrie und Wirtschaftspolitik, der Arbeitswelt etc. Das Buch schärft den Blick von Leser*innen für den Daten-Bias, dem wir unweigerlich immer auch selbst ausgesetzt sind, und kann hoffentlich dazu beitragen, zukünftige politische und wirtschaftliche Entscheidungen auf eine solidere und gerechtere Basis zu stellen.

Wie immer erhältlich bei der Buchhändler*in eures Vertrauens – unterstützt die lokalen Läden!

Ausstellung in Berlin: „31: Women“

Feminismus in der Kunst vom 20. bis ins 21. Jahrhundert: Die Daimler Art Collection im Haus Huth zeigt noch bis Februar 2021 feministisch geprägte Werke von sehr unterschiedlichen, sehr beeindruckenden Künstlerinnen. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf zwei damals zukunftsweisende Ausstellungen in Peggy Guggenheims New Yorker Galerie Art of This Century: ›Exhibition by 31 Women‹, 1943, und ›The Women‹, 1945.

Der Eintritt ist frei und ihr müsst euch auch nicht vorher anmelden – nur Maske Tragen ist Pflicht.

Mehr Infos findet ihr hier.

Online-Workshops für Frauen*

Auch in der zweiten Jahreshälfte 2020 müssen wir kreativ mit den Umständen umgehen und Wege finden, wie wir uns trotzdem weiter bilden und über interessant Themen austauschen können. In unserem Veranstaltungskalender tragen wir die spannendsten (Online-)Events der Stadt zusammen; wollen Euch hier aber auch auf das weitere Angebot in Berlin hinweisen.

Die Friedrich-Ebert-Stiftung richtet von jetzt bis Ende 2020 viele Online-Workshops und Seminar aus: Stimmtrainings, Netzwerk-Coaching und Seminare zur digitalen Kommunikation.

Und die Heinrich Böll Stiftung bildet Euch online beispielsweise zum Thema Antifeminismus im Netz weiter.

Über wietere Workshops-Tipps von Euch freuen wir uns in den Kommentaren!

FEMMIT als MAGAZIN

2019 hat zum ersten Mal der femMit stattgefunden. Diese Konferenz richtet sich explizit an Frauen* und will eine Plattform für Austausch und Vernetzung rund um Medien und Poolitik schaffen.

Das geplante Event für 2020 konnte pandemiebedingt natürlich nicht stattfinden. Initiatorin Romina Stawowy hat sich davon jedoch nicht erschüttern lassen und kurzerhand Ihren Traum umgesetzt: das femMit Magazin.

Es sind bisher zwei Ausgaben erschienen, die über die femMit-Website bestellt werden können. Das Magazin richtet sich an berufstätige Frauen jeden Alters. Wir sind gespannt auf die Lektüre!

Garten*Salon #6 im August

Am 25. August wollen wir uns endlich wiedersehen; und zwar ab 18:30 im Park! Wir haben uns gegen ein konkretes Programm entschieden, sondern freuen uns einfach auf die guten Gesprächen, die unsere Salons auch sonst ausmachen. Mit inhaltlichen Impulsen im Vortragsformat geht es im Herbst wieder los.

Auch wenn wir noch final überlegen, welcher Park es genau wird, bitten wir Euch um eine kurze Anmeldung unter info@frauensalon.org, damit wir wissen, mit wie vielen Frauen* wir rechnen können! Wir freuen uns sehr!

Sommerbücher

Für den Sommer empfehlen wir euch drei sehr verschiedene Bücher von tollen Frauen*. Über eure Literatur must haves dieses Jahres freuen wir uns in den Kommentaren!

Sally Rooney: Normal People

2019 als Buch des Jahres in UK gefeiert, hat uns dieses Buch sehr begeistert; weil es eine wirklich tolle Geschichte erzählt. Im Post-2008-Krisen-Irland enfaltet sich die besondere Beziehung der beiden Teenager Cornell und Marianne. Uns hat es zu neuen Gedanken rund um Unsicherheiten, Erfolg, soziale Ungleichheit und Liebe inspiriert, ohne dabei zu schwer zu werden.

Marina Frenk: ewig her und gar nicht wahr

Kira erzählt die Geschichte ihrer Familie, die in den 90er Jahren aus Moldawien nach Deutschland gezogen ist. Es geht um ein verrücktes Leben im heutigen Berlin, sprachlose Beziehungen und Künstlerinsein. Ein Buch über über Familie und Herkunft, über Eltern- und Kindschaft.

Kürba Gümüsay: Sprache und Sein

Die Hamburger Autorin beschreibt wie Sprache unser Denken prägt und unsere Politik bestimmt. Vor dem Hintergrund der anti-rassistischen Proteste in den USA und Europa besonders aktuell, geht es um (sprachliche) Ausgrenzung und Inklusion, Feminismus und Intersektionalität. Für uns ist dies das Sachbuch des Jahres; auch, weil es so poetisch geschrieben ist, dass es sich fast liest wie ein Roman.

Foto von Jez Timms auf Unsplash

Absage: Frauen*Salon #5 im Mai

Wir hatten uns alle schon sehr auf den nächsten Frauen*Salon im Mai gefreut, geplant, überlegt. Aber vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie müssen wir den Termin hiermit natürlich leider absagen.

Bleibt alle gesund, unterstützt euch (virtuell) gegenseitig, passt auf eure Liebsten auf. Wir melden uns mit mehr Infos, wenn wir wissen, wie und wann der Frauen*Salon #5 nachgeholt wird!

Foto von Omar Lopez aus Unsplash

Intersektionalität #1: We need more critical Whiteness

Die Gründerin des Magazins RosaMag für afrodeutsche Frauen, Ciani Sophia, hat im Online-Magazin EDITION F die Frage gestellt: Ist Feminismis nur für weiße Frauen? Denn bis heute stehen in der ersten Reihe der Frauenbewegungen oft vor allem weiße Frauen und ihre Themen. Rassismus und rassistische Diskriminierung werden dadurch nicht als integrale Bestandteile einer feministischen Debatte betrachtet. Dass rassistische und eurozentristische Strukturen aber sexistische Institutionen und Systeme direkt stärken, wird dadurch letzten Endes ignoriert.

Letzten Endes liegt es an uns, den weißen Frauen*, die Debatten zu öffnen und uns in critical whiteness zu üben. Wir empfehlen euch deswegen heute drei Bücher zum Thema, die uns sehr beeindruckt haben: Alice Hasters erzählt uns Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten. Und in ihrem Manifest Why I’m No Longer Talking To White People About Race von Reni Eddo-Lodge ist nicht nur das Kapitel über weißen und schwarzen Feminismus unglaublich interessant. Lady Bitch Ray berichtet in Yalla, Feminismus von persönlichen Diskrimierungserfahrungen, erklärt aber auch anspruchsvoll feministische Theorien.

Und wenn ihr gerne Podcasts hört, in denen sich zwei Freundinnen austauschen (und manchmal eine dritte Frau* interviewen), legen wir euch folgende kleine Auswahl ans Herz: Bei Feuer & Brot führen Alice und Maxi Gespräche zwischen Politik und Popkultur aus anti-rassistischer Perspektive. Rice and Shine ist der Grimme-Preis-tragende Podcast von Minh Thu Tran und Vanessa Vu, die in ihren Gesprächen und Interviews aus der vietdeutschen Community berichten. Auf der anderen Seite des Atlantik sprechen Aminatou Sow und Ann Friedman in Call Your Girlfriend einmal in der Woche über alle Themen von Körper, Menstruation, Politik, Mode und Gesellschaft – immer auch mit rassismuskritischer Perspektive. Und die Produktion All my Relations beleuchtet Kultur und Leben der Native Communities in den USA und gibt ihren (weiblichen) Mitgliedern eine Stimme.

Wir wünschen euch viel Inspiration beim Lesen und Hören und freue uns über eure Tipps in den Kommentaren!